Themis Foresight: Buchneuerscheinung räumt auf mit Katastrophenszenarien auf
Berlin, 10. April 2024. Kann die ökologische Wende noch gelingen? Wer das neue Buch „Klimaneutral! So gelingt der Umbau von Wirtschaft und Technologie“ liest, dem wird die schiere Größe des Vorhabens klar; die Herausforderungen reichen von der zukünftigen Energieversorgung, Stoffwandlung und Stoffformung, über Mobilität und Landwirtschaft bis zu Ernährung, Rechentechnologien, Bauen und Wohnen sowie Bergbau. Dennoch lautet die detaillierte und spannend recherchierte Antwort der Autoren vom Thinktank Themis Foresight: Ja, die Wende kann gelingen – durch den Verzicht auf fossile Energie. Wer sich für faktenbasierte, hochaktuelle und ganz konkrete Lösungen für den Weg in eine Zukunft interessiert, in der Wirtschaft und Umwelt miteinander funktionieren, für den ist das akribisch recherchierte und überzeugend argumentierende Buch von Carina Stöttner und Prof. Dr. Lothar Abicht ein Muss.
Der Ball liegt bei der Industrie
Die beiden Autoren argumentieren lebensnah: Die Antwort auf die Klimakrise liegt demnach für das Gros der Menschheit nicht im Verzicht auf Güter und Annehmlichkeiten – so naheliegend diese Lösung wäre. Neben der mangelnden Popularität der Idee ließe sich eine Masse von acht Milliarden Menschen auch nur träge bewegen; so viel Zeit bleibt beim drängenden Problem Klimawandel aber nicht mehr. Stöttner und Abicht argumentieren folgerichtig, dass der Industrie die Schlüsselrolle zufällt, Produktionsweisen zu etablieren, die keine schädlichen Auswirkungen auf das Klima, auf Biodiversität, auf Wasserkreisläufe und all die anderen Faktoren gesunder Natur zeitigt. Das gilt insbesondere für den Ausstoß klimaschädlicher fossiler Rohstoffe und die Abschaffung der damit verbundenen Verbrennungstechnologien. Ein Risiko im Falle weiterbestehender Trägheit bleibt aber, denn, so sagen sie: Der Wettbewerb um den Ausbau der grünen Technologien ist gleichbedeutend mit dem der Herrschaft über die Zukunftsmärkte. Mit anderen Worten: Deutschland braucht diesen Wandel, um Wirtschaftsmacht zu bleiben.
Ein großer Name für einen gewaltigen Umbruch: Die Fünfte Industrielle Revolution
Dabei zielen die Ausführungen der renommierten Zukunftsforscher Stöttner und Abicht längst nicht nur auf die hinlänglich bekannten Kernthemen Energie- und Verkehrswende. Die Transformation, die Deutschlands Wirtschaft braucht, um in einer klimaneutralen Zukunft zu florieren, betrifft tatsächlich jede Branche. Die beiden geben dieser tiefgreifenden, globalen Transformation endlich auch den Begriff, den sie angesichts ihrer Bedeutung verdient: Wir stehen, so legen sie überzeugend dar, am Anfang der Fünften Industriellen Revolution. Ihr Kern ist nicht die weitere Verdichtung von Effizienz oder Vergrößerung von Produktivität, sondern die Dekarbonisierung. Waren die ersten vier Industriellen Revolutionen geprägt von den Umbrüchen durch Mechanisierung, Elektrifizierung, Computertechnologie und Digitalisierung, verzwergen jene vier Gegebenheiten nun zur längst gegebenen Grundlage für die aktuell anstehende Dekarbonisierung.
Ein Paradigmenwechsel bei den Unternehmenszielen
Die alten Leittechnologien setzten sich deshalb durch, weil sie große Entwicklungssprünge der Produktivität und damit auch ökonomischen Effizienz möglich machten. Ihre Umweltfolgen aber wurden dabei weitestgehend vernachlässigt – bis die negativen Konsequenzen dieses Wirtschaftens nicht mehr anders in den Griff zu kriegen waren als einen tiefgreifenden Wandel. Das ist der Status quo, in dem sich die Fünfte Industrielle Revolution ergibt. Auch sie wird umfassende Wirkung in allen Technologiefeldern entfalten. Aber ihre Veränderungen werden zum ersten Mal in der Geschichte der Produktivität nicht angetrieben von kurzfristigen ökonomischen Vorteilen. Darin ist sie einzigartiges Neuland für Deutschland und die Menschheit: Sie resultiert aus gezieltem politischem Handeln der Menschen, die ihre Lebensgrundlagen erhalten und die momentan drohende Katastrophe für Natur und Mensch abwenden wollen.
Die gute Nachricht in diesem negativen und extrem drängenden Szenario: Der Umbau der Wirtschaft mit der Umstellung auf regenerierbare Naturressourcen muss so nicht – wie oft befürchtet – unter extremen Einbußen der Lebensqualität geschehen. Er bringt, das legen die Autoren glaubhaft dar, die Chance auf eine umweltverträgliche Lebensweise mit dennoch hohem Konsumniveau und Wohlstand.
Ideensammlung, Leitfaden und Argumentationshilfe: Dieses Buch leistet mehr als Theorie
Das Buch ist dabei wesentlich mehr als eine theoretische Abhandlung über zukünftig umsetzbare Ideen. Tatsächlich enthält es konkrete Anregungen, wie heute schon der Umstieg auf neue Produktionsverfahren gelingen kann. Es ist eine Wissenssammlung von Chancen, die Zweiflern Fakten entgegenhält und Unternehmer:innen – egal, ob in Gründung, in vierter Familiengeneration oder im Vorstand eines börsennotierten Industrieriesen – als Denkanstoß oder sogar Leitfaden dienen, wie sie ihre Unternehmen so transformieren können, dass sie auch noch auf Jahrzehnte hinaus Werte schaffen können. Sogar für Gestalter:innen in der Politik bietet es alle Fakten, die es ihnen möglich machen, sich Argumentationsketten zu entziehen, die aus vermeintlichen „Sachzwängen“ heraus zu schädlichen Entscheidungen für Gesellschaft und Wirtschaft führen. Das Buch ist damit ein Must-read für alle, die die immer noch schädlichen Diskurse gegen den nötigen und möglichen Wandel gegen die Grundlage für ein gewinnbringendes Tun tauschen wollen.
Das Buch „Klimaneutral! So gelingt der Umbau von Wirtschaft und Technologie“ von Prof. Dr. Lothar Abicht und Carina Stöttner (Campus Verlag) wurde am 10.04.2024 veröffentlicht. Fragen dazu und Ihre Bitte um ein Rezensionsexemplar richten Sie gerne an carina.stoettner@themis-foresight.com.
Prof. Dr. Lothar Abicht und Managing Director Carina Stöttner stehen zu dieser Buchveröffentlichung oder zu weiteren Zukunftsthemen für Interviews, Sonderdrehs und Gastauftritte zur Verfügung. Bei Interesse bitten wir Sie um Rückmeldung per Mail an contact@themis-foresight.com
Die Themis Foresight GmbH wurde 2021 von Jan Berger und Carina Stöttner als Thinktank und Foresight-Unternehmen in Berlin gegründet. Ihre Mission ist es, Unternehmen mit ihrem Verständnis der Zukunft zu beflügeln, damit sie die Chancen marktprägender Technologien nutzen. Unternehmen werden so zu Mitgestaltern der Zukunft der europäischen und globalen Wirtschaft.
Damit Unternehmen zukünftige Gestaltungsoptionen erkennen, nutzen und Risiken vermeiden können, identifiziert Themis Foresight die entscheidenden Entwicklungen der kommenden zehn bis 15 Jahre über alle Branchen hinweg. Untersucht wird, welche gesellschaftlichen, wirtschaftlichen sowie politischen Treiber und neue Technologien die Geschäftsmodelle von Unternehmen und Branchen in Zukunft beeinflussen und verändern werden. Die Zukunftsforschung von Themis Foresight bietet dafür ein Unikat aus wissenschaftsgetragener Forschung, Zukunftsexpertise und unternehmerischen Gestaltungsoptionen.
The Nordic Chapter of the World Futures Studies Federation hosted an important conference on “Futures of Democracies” in Reykjavik, Iceland, from 21 to 23 February. The conference was opened by Iceland’s Prime Minister, Katrín Jakobsdóttir. Themis Foresight wants to thank Karl Friðriksson for being a wonderful, caring and committed host, and the entire organizing committee for this inspiring three-day exchange, namely: Erik Ferdinand Øverland , President for the World Futures Studies Federation, Magnus Jörge, WFSF, Karl Friðriksson and Saevar Kristinsson of The Icelandic Centre for Future Studies, Toni Ahlqvist, Jari Kaivo-oja, and Mikkel Stein Knudsen of the Finland Futures Research Centre (FFRC), Martin Kruse of the Copenhagen Institute for Futures Studies, Hank Kune of Educore bv Siv Helen Hesjedal of These Ways and Advisory Board Member Themis Foresight, William Fagerheim William Fagerheim of Mind the Gap, and Anna Sigurborg Olafsdottir, Futurist at the Alþingi, The Icelandic Parliament.
I had the opportunity and pleasure to address the conference on the topic of “Paradigms shaping tomorrow’s democracies”. Below is a slightly expanded version of my talk.
Even though this is a conference on futuresof democracies, my talk is primarily philosophical, somewhat historical and includes elements of futures. You may ask why a futures conference should concern itself with history. In my years in the field of futures I have grown very fond of Prof. Dr. Rolf Kreibich’s definition of futures research as the “scientific engagement with possible, probable, and desirable futures and design options and their preconditions in the past and the present.” And with a self-critical note on the field, I do feel that in our quest to create desirable futures, we often tend to forget to research or even concern ourselves with the preconditions of such futures and design options in the past and the present. Thus, I hope that the deliberations of the coming days do take those into account, as well.
Hallmarks of Democracy:
Democracy, Republic and the separation of powers, picture generated with DreamStudio
Culturally, the concept of democracy emanated in “the global West”. As everyone here knows, the term comes from the Greek, meaning as much as “people’s rule”. Another term associated with the concept of democracy is that of the Republic, a Latin term signifying “public matters”.
Roughly speaking current democratic or republican ideals are associated with the governanceparadigm of separation of powers with independent judicial, legislative, and executive branches of the state. Yet, the overwhelming majority of the world’s countries claim to be either democratic or republican, very often both, as exemplified by the Democratic People’s Republic of Korea (yes, that’s the Northern state) and have codified written legal norms in their constitutions that favor a separation of powers. So, in a way, both terms are problematic starting points for discussing futures of democracies.
Perhaps, we’re better served to research value systemsunderpinning our understanding of democracy. The triad of “liberty, equality, and fraternity” is associated with the Great French Revolution of 1789. Many democrats still hold these values in very high regard, although we might be better served to replace the term “fraternity” with “solidarity”. I, for one, don’t like the idea of being brother to too many people, and rarely is the family a democratic construct. But more importantly and by virtue of the word’s meaning, the concept of fraternity excludes more than half of the population, namely women.
When the French National Constituent Assembly adopted the “Declaration of the Rights of Man and of the Citizen” in 1789, it defined the value of liberty in the following terms:
“Liberty consists of doing anything which does not harm others: thus, the exercise of the natural rights of each man has only those borders which assure other members of the society the fruition of these same rights.”
The value of “equality” was applied in the same document by stating that:
“The law… must be the same for all, either that it protects, or that it punishes. All the citizens, being equal in its eyes, are equally admissible to all public dignities, places, and employments, according to their capacity and without distinction other than that of their virtues and of their talents.”
Adoption of the value of “fraternity” was a much messier affair. It did not feature prominently in the 1789 revolution and following years. It took the French February Revolution of 1848 to include fraternity into the official canon, and that only by compromise. The revolting masses preferred the red flag as the new flag of the Republic over the French tricolor. However, the brief head of government, and then French Foreign Minister Alphonse Lamartine vehemently opposed the introduction of the red flag. But by way of compromise, the old flag remained, and “fraternity” was included in the Republican motto. Still, this motto only lasted until 1852, when Napoleon III ordered the triad “liberty, equality, fraternity” erased from all official documents and buildings. The motto only re-appeared during the Paris Commune of 1871 and became the motto of the Third Republic. It remained so during the Fourth and current Fifth Republics.
This little and abbreviated excursion serves to illustrate that…
…Value systems and terminology undergo change.
Rendition of a slaveholder in the American South, generated in DreamStudio
When and how did the term “democracy” enter the picture? It appears that in Europe this term gained currency in the German 1848 revolution and continued to be used by Germany’s socialists who called themselves Social Democrats and ruled for most of the period between 1918 and 1933. But the term gained much more traction in the U.S., and very differently from the use in continental Europe’s socialist and liberal circles. In the U.S., the term’s emergence is intricately linked to the Democratic Party of the U.S., which entered the political scene in 1828 or 41 years after the American Constitution guaranteed every State of the Union “a Republican form of Government”.
Originally founded to promote Andrew Jackson for president, the Democratic Party supported expansive presidential power, the interests of slave states, agrarianism, and geographical expansionism, while opposing a national bank and high tariffs. If you were a Democrat in the U.S in 1850, you wanted to hold slaves, conquer land, and have an agrarian economy. Collective norms were at best frowned upon. In particular, the central government was viewed as the enemy of individual liberty. The average American Democrat’s interpretation of liberty was one of individual freedomas opposed to the French Republican interpretation that allowed for individual liberty, while determining borders in order to “assure other members of the society the fruition of these same rights.”
The term “democracy” itself underwent an evolution in the U.S., reflecting the big unionization struggles of the 1930’s, the crushing of fascism in Europe by military means, the American Civil Rights movement of the 1950’s and 1960’s that set out to eliminate the vestiges of chattel slavery, or the millions-strong movement against the U.S. war in Vietnam in the 1960’s and 1970’s.
Western liberal thought was also influenced by the anti-colonial struggles in Asia and Africa. However, the embrace of anti-colonial struggles by Western democratic elites was at best uneven. Many of these struggles were aided by the Soviet Union and its allies – the archenemy of the U.S. and its European allies during the Cold War. On a propagandistic level, the Cold War was waged under the banner of „anti-imperialism“ by the Soviet side and under the banner of democracy by the American-led “global West”.
The Helsinki Accords, signed in 1975 were a major achievement for the West during the Cold War, codifying the notion of human rights, freedom of thought, conscience, religion or belief as tenets of the democratic value system. Purported agreement with this declaration by the Soviet Union and its allies gave the West negotiation power and a propagandistic lever. And with peaceful reunification of Germany and the demise of the Soviet Union, anti-Communism, much criticized by left liberals in the West between the 1950’s and 1980’s, became vindicated, too.
In many ways, the current mix of codified “democratic values” dates back to the end of the Cold War when the American political scientist Francis Fukuyama proclaimed “the end of history”. But can the 50-year-old Helsinki declaration or the 30-year-old notion of history’s supposed end carry the concept of democracy through the 21st century? It would be absurd to entertain this idea.
Why Do We Discuss Futures of Democracies?
Futures of Democracy as imagined by Basquiat, created with DreamStudio
This conference is framed by the question: “How can we inspire the rest of the world to renew democracy for the 21st century?”
This question contains a very bold statement! And there’s a simple answer and many complicated ones. The simple answer is: By demonstrating the attractiveness of democracy! The last time this happened on a large scale was in the years 1989-1991, when the global West emerged victorious from the Cold War. The complicated answers will make up the rest of my talk.
Today, there seems to be a common understanding, if not mantra, that “democracy is under threat”. The perceived threats then usually amount to a list including climate, technology (more specifically Artificial Intelligence), migration, and autocracy. More on these phenomena later.
But perhaps this picture is already somewhat skewed. Could the feeling that “democracy is under threat” also be explained by the fact that the “global South” grows faster than the “global West”? A look at some indicators might be useful:
According to the OECD, in 1995 the U.S. GDP (PPP) was at 11.1 trillion USD, while that of the Euro zone countries was at 10.3. By comparison, China’s and India’s GDP (PPP) were at 2.95 and 1.97 trillion respectively. In 2022, China’s GDP (PPP) of 27 trillion USD had surpassed that of the U.S. standing at 21.3 and of the Euro zone countries, standing at 15.2. India’s GDP (PPP) was estimated at 9.9 trillion USD. OECD projections for the year 2045 tax these economies at 30 trillion (U.S.), 51.2 trillion (China), 29.2 trillion (India), and 19.5 trillion (Euro zone).
Population indicators paint a similar picture. Between 2025 and 2050, Europe’s population is estimated to shrink by 5% from 741 to 704 million people. The North American population is expected to grow by 10% from 382 to 421 million people. The Asian population is expected to grow by 10%, as well, from 4.8 to 5.3 billion people. And Africa’s population is expected to grow by a whopping 63% from 1.5 to 2.5 billion people. By comparison, 100 years ago, Europe’s population was larger than Africa, North and South America combined.
With this shift in global demographics and global wealth, it is small wonder that the countries of the “global South” set out to re-negotiate the rules of the current global order, which was established after World War II, i.e. almost 80 years ago. Shouldn’t a true democrat who takes the value of egality seriously then say that global power should be redistributed, as well? And, considering the value of liberty, he or she may wonder “what if some of this power gets redistributed to autocratic regimes”? And how does “fraternity” or “solidarity” fit into this equation? Are these values equally strong or should liberty beat equality and solidarity? These are the questions that need to be negotiated in the context of discussing futures of democracies on a global scale.
Phenomenology is not helpful. We must dig deeper.
Phenomenological Threats as imagined by Jackson Pollock, image created with DreamStudio
The discussion that democracy is under threat by climate, AI, migration and autocracy is, for my taste, too superficial. We need to dig deeper into the mechanics of these phenomena.
Climate
Climate change affects the planet and all living beings on it equally, regardless of the political divisions reflected by the states created by humans. In other words, it is not only a “threat to democracy”, it also threatens the livelihood of plants, the shapes of coastlines, and the composition of the atmosphere. Or, if we narrowed it down to human civilization, climate change affects all societies regardless of whether they’re “autocratic” or “democratic”.
While climate has changed constantly over the billions of years of Earth’s existence, and also in the few hundred thousand years of humanity’s existence on Earth, humanity has clearly left its mark on climate in the last 200 years. Peter Frankopan argued in his book The Earth Transformed that the 20th century “has been a period during which the consequences of how we live have been poorly understood or little thought about with the result that environmental and climatic changes of the present and future are being and will be shaped by what has already happened in the past rather than simply by decisions made today.” His book contains a fascinating tour de force through humanity’s responses to changing climate, and, if anything, demonstrates powerfully that those civilizations thrived that best adapted to changes in climate.
Adaptation requires two elements: ingenuity and execution. Ingenuity flourishes in a climate of cross-pollination, open debate, and freedom to experiment. Execution requires leadership.
How do autocratic and democratic principles fare in this comparison. Open debate and freedom to experiment should flourish in an environment of democracy. I say “should”, because oftentimes they don’t. Take, for instance, the debate on genetically modified organisms (GMO). Finland’s Green Party argues that food security and sustainable agriculture require novel genetic techniques. The German Greens and Italy’s far-right government, among others, vehemently oppose the adoption of improved GMO regulation in the EU, thus contributing to maintaining the outdated and damaging status quo of food production in Europe.
Execution, particularly of long-term goals in a democratic environment is more complicated when leadership can be challenged at any given day over any given question. Here, autocratic regimes appear to have an advantage. But this argument, too, doesn’t pass critical examination. John F. Kennedy’s 1961 moonshot agenda or Helmut Kohl’s and Francois Mitterrand’s initiative to introduce the Euro demonstrate that long-term goals and planning are possible and not even particularly difficult in democracies.
But if we were to accept for a second the notion that innovation thrives in a democratic environment and execution in a more autocratic or hierarchical one, then Western democracies may want to consider combining these elements if they want to better innovate their way out of the climate crisis than autocracies. In such a model, setting long-term political goals must not be easily overturned by the next government, and execution can be delegated to those areas of society that are by nature more hierarchic or “autocratic” like research institutions, universities, corporations, or the military.
Artificial Intelligence
Sundar Pichai Writes an Open Letter to U.S. Congress, image created by DreamStudio
AI is not a threat. It’s also not the opposite of a threat. It’s simply a technology or, more accurately, a suite of technologies. Most importantly, it’s an instrument to impose a will of a person onto a thing or another person or a group of people. In this sense, AI functions similar to a recipe in a cookbook.
“Intelligent” algorithms are created by people — people who have names, addresses, and intentions. It is not helpful to claim that AI poses a threat, it is more helpful to look at the intentions of actual people who create deceptions such as “AI will turn us all into paper clips” to protect their monopolies in a field of technology. It has been reported (e.g. here, here, and here) that the Effective Altruism movement alone has collected 500 million USD to influence policy makers to enact regulation against the “existential risk” of AI. Thus, the notorious Future of Life Institute lobbied EU politicians to “strengthen” the EU’s AI Act to provide among other things even more than the already envisioned up to 675 civil servants to regulate AI and to severely reduce the number of regulatory sandboxes from 27 to 1. We have roughly 1.500 AI startups in Europe. If enacted, a single civil servant’s job would be to control on average 2.2 AI startups. This is ridiculous! And can only stifle the emergence of a European AI startup ecosystem. This is the actual threat. Not AI per se.
If you don’t want Sam Altman, Sundar Pichai, Tim Cook, or Satya Nadella to dictate how you live, work, love, raise your children…, don’t allow them to create data monopolies. Strike the provisions in the EU AI Act and similar regulations that would enable them to do so. Educate your politicians who fall for the “existential risk” panic. And legislate the open sourcing and open weighting of AI, i.e. legislate transparency!
On a sidenote: why should we futurists study the preconditions for futures and design options? The argument that we’re at the cusp of AI becoming superintelligent is blatantly false. Still, it is mindlessly repeated in futurist articles, blogs, papers, and conferences like this one. Superintelligence demands teaching machines a “common sense” of their surroundings. Current AI approaches have met a dead-end in this regard, and we’re more likely to be decades away from coming close to achieving this. (More on this here and here.)
Migration
Migration by Salvador Dalí, image created by DreamStudio
Is migration a “threat” to democracy? Some perceive it as that, and develop nasty, oftentimes racist, narratives around migration. Migration is part and parcel of the human condition. Without migration, only one continent would be inhabited by humans, we would not have developed a multitude of languages, cultures, technologies, art and so on. Most often the causes for migration are war, lack of resources (poverty, hunger), or environmental catastrophes.
Others perceive migration as a blessing, even though the motives may not be the noblest ones. The leaders of European industries (while having sung a different tune just a couple of decades ago) actively explore easing migration to cope with their lack of personnel.
The 2015 wave of immigration to Europe from the Near East was, in many ways, an own goal of the “global West”. People fled civil wars that were caused by ISIS and Taliban terror. Yet, hardly anyone knew of ISIS until then-U.S. Secretary of State Colin Powell blamed a terrorist splinter group for manufacturing “weapons of mass destruction” for Saddam Hussein. This convenient lie in the service of the American-led invasion of Iraq was the midwife for ISIS’s emergence. If uncontrolled migration waves are not in your interest, don’t start devastating wars for regime change in already brittle social and economic environments.
Poverty continues to be of concern. However, the overall indicators for the poorest continent, Africa, can also be interpreted optimistically. African GDP is expected to rise more than twice as fast as its population in the coming decades. This is in large part owed to Chinese investment in the continent, which comes with other strings attached than Western investment previously. Yet, capital investment is necessary to create stable economies upon which stable civil societies rest. And democracies cost money. A question to explore would be: What amounts and forms of capital investment will enable African states to create and maintain economies and political environments that further the advancement of democratic mechanisms?
Environmental catastrophes are very likely to cause crop failures due to drought, soil erosion, or floods in the coming decades in Africa. Innovation in agriculture can play a tremendous role in mitigating or preventing such circumstances. Another question to explore for this conference could be what good American, European, Japanese… policies towards the African continent could look like. Policies that do not subjugate the people of the continent or make the continent’s countries dependent on Western technologies, but where innovation and co-innovation take place and can be scaled at home.
Autocracy
Democracy vs. Autocracy as imagined by Edvard Munch, image created by DreamStudio
How strong is the threat of autocracy to democracy, actually? Here, too, we’re not helped by putting the same stamp of autocracy on developments that are very different from country to country, world region to world region and on different timelines. Rather, let us look at these developments on a case-by-case basis in order to formulate effective strategies.
If we rewind the clock to just a couple of years ago, Western European media was full of articles that portrayed developments in Poland and Hungary as a threat to democracy in the European Union. While these statements were in and of themselves not wrong, they were driven by then-current events. In our study “The European Economy in a New World Order” we analyzed the forces within the EU that speak for further integration or disintegration of the bloc. In our research we reviewed the 2021 data of the Quality of Government Institute of the University of Gothenburg and found that identification with the EU (as opposed to nation state and region) is on average higher in Eastern Europe than in the West, with Budapest, Hungary, being the only EU region where EU identification ranked first.
The recent Polish elections brought to power a government coalition that sets out to roll back the anti-democratic reforms under the rule of the PiS (Law and Justice) party in Poland. The fact that these elections and their aftermath didn’t spark mass controversies or a rebellion on the scale of 6 January 2021 in the U.S. speaks to two things. One: the rule of law has remained intact in Poland, despite eight uninterrupted years of PiS rule. And two: The strong pro-EU undercurrent in Poland that was visible only for those who wanted to perceive it, has affected governmental change. In Poland, democracy has shown that it is alive, and autocracy has demonstrated that it rested on very brittle foundations. Reason enough to celebrate the Poles! And reason enough to think that a similar development is likely in Hungary. Like other potentates, Viktor Orbán is not building up a successor. So, at worst, biology will put an end to Orbán’s rule, and at best a strong movement that manages to oust him and his party in an upcoming election.
Also, when considering the Eastern states of the EU, we should not underestimate the strong traditions of democratic and freedom movements like 1953 in East Germany, 1956 in Hungary and Poland, 1968 in Czechoslovakia and Yugoslavia, 1970’s and 1980’s in Poland, again, and 1989-1991 in the entirety of Eastern Europe. Save for the 1950’s, most of the participants of these struggles are still alive to tell of their exploits. The question is: are the Western EU leaders willing to listen to these stories and learn from these experiences? This is relevant for today and the immediate future, i.e. the next ten years.
Let’s look longer term, though. The term “autocracy” conceals more than it reveals. Every autocratic regime has a different power base, and we need to understand the mechanics. Not only currently, but also for the future. A little bit of history might help.
Absolutist monarchies had a different power base in Western Europe and Eastern Europe, even though the French and the Russian monarchy carried the identical label. Louis XIV derived his absolute power from a bloc of the central government with the cities’ wealthy merchants against local feudal lords. German absolutism, albeit weaker than France’s, rested on similar pillars. In contrast, Russia’s absolutism was so powerful, because the local feudal lords were so weak. If you read the 19th century Russian novelists, the theme of impoverished nobility is recurring. Russia lacked a strong merchant class and had no industrial bourgeoisie. Napoleon felt that on his long march from Warsaw to Moscow and back. While the German and Polish cities welcomed his troops, he found no such support in Russia.
Discussing futures of democracies in Europe, we can try to ignore Russia, but Russia won’t ignore us. And this is where we must consider a long game. 50 or 100 years. Putin is a bonapartist surrounded by representatives of different power structures in Russian society – Orthodox church, the FSB, the oligarchs which are akin to a Mafia with Putin as the Godfather. There are even a few people in his inner circle who can be called reformers. Putin can rule Russia for as long as he knows a majority of these factions to be in his pocket. But they don’t necessarily like each other. Such a system can be gamed. But when doing so, be careful what you wish for.
Western eyes on Russia appear focused on the “Russian opposition”. However, this opposition by-and-large, with a few notable exceptions, shares with the Putin regime a vision of the Rus. The courageous opposition leader Alexei Navalny, who recently perished in one of Putin’s penal colonies, was also co-founder of the chauvinist Russian National Liberation Movement whose Manifesto proclaimed that „it is necessary to restore the organic unity of the Russian past, present and future, officially declaring today’s Russia the legal successor of all forms of Russian statehood – from Kievan Rus and the Novgorod Republic to the USSR.“ Such a vision runs counter to principles of self-determination of the Caucasus, Baltic and Central Asian Republics, Ukraine, Belarus, and Moldova. Let’s not fool ourselves, the current Russian opposition is in its core not a democratic one. And if we envision a time after Putin, we had better keep that in mind. In the last 120 years there were all of 8-12 years of democratic experiments in Russia. If we take the 1848 timestamp as a reference point for Central and Western Europe, then even in the countries with the least developed democratic traditions and culture, we have at least 35 out of 175 years, and in some countries the full 175 years. If Russia were to achieve something akin to today’s democratic values, it’ll take decades of struggle.
Still, in the meantime we have to deal with Russia somehow. But how? It is very likely that the Russian opposition will bring forth another figure as courageous, but at the same time as nationalist as Navalny. Let’s assume that such opposition would replace the Putin regime: how would the EU negotiate its interests with this new government? What are the red lines that need to be drawn? What can be areas of cooperation and collaboration? And it may be very advisable to have a Pole or Estonian lead such negotiations on behalf of the EU (as opposed to a German or French politician).
Our own problems
Striking Workers as imagined by van Gogh, image generated by DreamStudio
The four-tone of threats to democracy by climate, AI, migration and autocracy overlooks a core pillar that guaranteed the relative stability of Western democratic states for the last almost eight decades – social peace. Yes, Donald Trump and his followers, constitute a threat to American democracy as we know it. But he does mobilize roughly half of the U.S. electorate. What are the causes for Trump’s support and that of far-right populist currents in France, Germany, Italy, and many other European countries?
While Cambridge Analytica’s skills of algorithmic messaging may have given Trump a competitive edge in the 2016 elections, and while Russia’s interference in the 2020 elections may have helped him, too, this doesn’t answer why white workers in the American rust belt or farmers in the rural U.S. flocked to the ballots. A piece of the puzzle might be what can be described as a redistribution of compassion by the liberal (democratic) elites. U.S. “progressives” in the 1980’s identified with the teachers’ unions, or Nicaraguan Sandinistas while UK progressives supported striking miners. Today, progressives in these countries are usually not found at workers protests. They rather identify with the LGBTQ movement or are found at DEI conventions. One would think that compassion is not a rare commodity and that it is possible to identify with the aspirations of both demographics. What this could look like is powerfully demonstrated in the 2014 comedy-drama Pride by director Matthew Warchus.
A couple of months ago, a man who calls himself Oliver Anthony, gained popularity in the U.S. with his YouTube hit „Rich Men North of Richmond“. The lyrics of the song bemoan how working people suffer from decisions made in Washington, D.C.:
„I’ve been sellin‘ my soul, workin‘ all day
Overtime hours for bullshit pay
So I can sit out here and waste my life away
Drag back home and drown my troubles away…“
Anthony’s song includes a spiteful and retrograde line about obese people. But this doesn’t make him a Trump follower, let alone an insurrectionst. The question is this: are liberal democrats in the U.S. capable of compassion for the plight he bemoans? From the reactions in liberal media to his song, it seems not. Similarly, in Germany, a recent wave of farmers‘ protests against the abolishment of fuel subsidies were met with wide-spread derision and a portrayal of these protests as “right-wing”. One former supervisor of state media even posted that “Driving a tractor makes you stupid.”
If such legitimate forms of protest against real or perceived wrongdoing are labeled as “attacks on democracy”, then we may find ourselves soon in the situation where we will hold the “defenders of democracy” responsible for killing it.
These events aren’t isolated but speak for a broader phenomenon. The German sociologist Andreas Reckwitz addressed this phenomenon in his book The Society of Singularities. In it, he analyzed how the German middle class has been divided over the last decades into a new and old middle class, in which the new one (often imbibing liberal, globalist values) has accrued cultural capital and dominates public debate to the detriment of the old middle class (composed mainly of workers, self-employed craftspeople, and lower civil servants).
Another important book, Fiona Hill’s There’s Nothing for You Here, traces the strong support for Trump in the U.S. from urban and rural poor, and the strong support for Brexit, especially in the former mining districts of Northern England to the devastating consequences of Reagonomics and Thatcherism for American and UK workers. She contrasted that to her own experience of being recipient of a short period in the UK where a youth like herself from a poor working-class family managed to benefit from an existing infrastructure of social mobility to climb into the top echelons of global power.
As we have pointed out in our scenario document “At the Cusp of a New Era”, enabling social mobility for those affected by the decline of traditional manufacturing and finding themselves without stable and well-paying jobs “will be a precondition for safeguarding social peace and maintaining a democratic governance model. Free, or affordable, education remains a critical part of this infrastructure. Inequality of opportunity associated with class, race, gender, and location is a cause of discontent, alienation, and political populism on both sides of the Atlantic.”
An Exciting Future of Democracy as imagined by Max Ernst, image generated by DreamStudio
To wrap up:
Exploring futures of democracies is a perfect field for futurists if we apply more than wishful thinking to it and manage to tease out the drivers for social change, discuss and perhaps even develop new values that will ensure liberty, equality, and solidarity also in the 21st century. So, let’s use our techniques and methods like the Three Horizons model for near, medium, and long-term futures. Let’s employ our Futures Triangles to visualize the competing forces of future aspirations, present pushes, and pulls from the past. Let’s craft Futures Wheels to anticipate where events may lead us and walk through Causal Layered Analyses to check whether the value systems we profess to have are actually in line with our systems, worldviews, myths and metaphors by which we live. Let’s do Scenario Planning for alternative futures and back-cast the development paths into desirable futures.
I wish this conference very fruitful deliberations and workshops!
In diesem Jahr haben wir eine groß angelegte Studie zur Zukunft der deutschen Industriearbeit gestartet. Themis Foresight hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Foresight-Fähigkeit ihres Netzwerks zu schärfen und zukunftsweisende Perspektiven in einem Zukunftsbild für die Industriearbeit in Deutschland und Europa zu entwickeln. In unserem jüngsten Future Lab am 5. März 2024 im Berliner Palais Populaire haben wir dabei die ersten Ergebnisse vorgestellt und in die Tiefe diskutiert. Gemeinsam mit führenden Vertreter:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft haben wir tief in die möglichen Zukünfte der Industrie und damit verbundenen Arbeitswelt geblickt.
Diskussionsreiches Treffen
Unter der Leitung von Carina Stöttner und Jan Berger hat Themis Foresight eine Studie initiiert, die sich mit der Zukunft der Industriearbeit auseinandersetzt. Die erste Zusammenkunft dieses Projekts brachte nicht nur die Projektpartner der Deutschen Bahn, Südwestmetall und PrtX zusammen, sondern auch unsere Beiräte und weitere prominente Gäste. Diese Vielfalt an Perspektiven bereicherte die Diskussionen und sorgte für einen fruchtbaren Austausch.
Einblicke und Ausblicke
Die Veranstaltung bot eine Plattform für den Austausch über die ersten Ergebnisse unserer umfassenden Studie. Carina Stöttner präsentierte eine Zusammenfassung der Erkenntnisse aus der ersten Befragungswelle, die die Grundlage für unsere weiteren Untersuchungen bildet. Dr. Joachim Lang von der berlin advisors group / strategic minds und ZEIT Online-Journalistin Vanessa Vu gaben mit ihren Beiträgen zu Industriepolitik und Migration in Deutschland wichtige Impulse für die Diskussion über die Gestaltung unserer zukünftigen Arbeitswelt.
Das Herzstück unseres Future Labs war die Arbeit in Gruppen, in denen wir fünf starke Zukunftsthesen auf den Prüfstand stellten. Diese intensive Auseinandersetzung mit möglichen, wahrscheinlichen und wünschenswerten Zukünften zeigte einmal mehr, wie wichtig die wissenschaftliche Zukunftsforschung für die Gestaltung unserer Gesellschaft ist. Die Diskussionen und das Durchdenken der Konsequenzen ließen uns oft erstaunt, aber immer inspiriert zurück.
Der Weg geht weiter
Mit den gewonnenen Erkenntnissen sind wir bestens gerüstet, um in die nächste Phase unserer Studie einzutreten. Das nächste Future Lab verspricht, ein weiterer wichtiger Schritt bei der Entwicklung von Szenarien für die Zukunft der Industriearbeit zu sein. Für die nächste Studienphase gibt es nochmals die Gelegenheit, sich in das Projekt als Partner-Unternehmen einzubringen. Interessierte Unternehmen können sich bei Carina Stöttner unter cs@themis-foresight.com melden.
Unser persönlicher Dank gilt allen, die dieses Future Lab zu einem Erfolg gemacht haben: Jan David Ott für seine professionelle Moderation, die unsere Diskussionen bereicherte, unseren Beiräten für ihre kritischen und wegweisenden Beiträge und natürlich unseren Projektpartnern für ihre großzügige Unterstützung und ihre außerordentlichen Diskussionspunkte.
Das Future Lab hat einmal mehr gezeigt, dass die Zukunft der Industriearbeit in Deutschland und Europa in unseren Händen liegt. Durch unseren gemeinsamen Einsatz und die Bereitschaft, über den Tellerrand hinauszuschauen, können wir die Weichen für eine prosperierende, gerechte und nachhaltige Arbeitswelt stellen.
Carina Stöttner stellt die Ergebnisse der Forschung vorDie Teilnehmer diskutieren regeWährend des VortragsIn der DiskussionDie Räumlichkeiten der Veranstaltungen im JuniVortrag von Vanessa Vu.Vortrag von Dr. Joachim Lang
In einer Welt, die sich rasant verändert, ist es für Unternehmen essentiell, nicht nur auf den gegenwärtigen Erfolgen zu ruhen, sondern aktiv die Zukunft zu gestalten. Themis Foresight, eine führende Denkfabrik im Bereich der Zukunftsforschung und Corporate Foresight, bietet genau diese Möglichkeit. Mit unseren spezialisierten Veranstaltungen, bekannt als Future Labs, ermöglichen wir Unternehmen, tief in die möglichen Zukünfte ihrer Branche einzutauchen und langfristig neues Geschäftspotenzial zu erschließen.
Die Rolle von Future Labs in der Zukunftsgestaltung
In unseren Future Labs präsentieren wir unsere Forschung zu Themen wie Zukunft der Industrie, zukünftige Technologien wie KI oder Quantencomputing oder unser Wissen rund um die Studien zu zukünftigen geopolitischen Entwicklungen. Eine:r unserer Expert:innen stellt dabei zentrale Trends, Entwicklungen und Szenarien vor, die wir im Anschluss mit Teilnehmenden unterschiedlicher Branchen diskutieren. Diese öffentlichen Future Labs erhielten in der Vergangenheit großen Zuspruch. Teilnehmende erwerben durch die Beschäftigung mit diesen Themen Futures Literacy Kompetenzen.
Gerne organisieren wir auch ein Future Lab speziell für Ihr Unternehmen, Ihre Region, Ihre Branche oder Ihre Strategie anwenden. Dabei nutzen wir in der Interaktion praktische Methoden wie Future Wheels, Backcasting und das Futures Triangle, um komplexe Zukunftsszenarien greifbar zu machen. Diese Methoden ermöglichen es den Teilnehmenden, innovative Zukunftsbilder, Szenarien sowie Technologie- und Geschäftsmodell-Roadmaps zu entwickeln.
Unsere Expertise und Ihr Nutzen
Themis Foresight unterstützt DAX-Unternehmen sowie Hidden Champions in Schlüsselbranchen wie Energie, Mobilität, Lebensmittel, Finanzdienstleistungen, ICT und Logistik in allen Zukunftsfragen. Unsere Erfahrung zeigt, dass vielen Führungskräften die Zeit fehlt, sich mit möglichen Zukünften auseinanderzusetzen. Genau hier setzen unsere Dienstleistungen an: Wir bieten nicht nur Einblicke in entscheidende und mögliche Entwicklungen der nächsten Dekaden, sondern identifizieren auch gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologische Treiber, die Geschäftsmodelle und Branchen transformieren werden. Unser fundiertes Verständnis von Geschäftsmodellen und unsere Erfahrungen in Zusammenarbeit mit Executives helfen, Ihr Unternehmen in die Zukunft zu begleiten.
Wissenschaft trifft auf Praxis
Die Zukunftsforschung von Themis Foresight ist einzigartig, da sie wissenschaftsgetragene Forschung mit praktischer Zukunftsexpertise und unternehmerischen Gestaltungsoptionen verbindet. Unsere Strategien sind realitätsnah und umsetzbar, orientieren sich an menschlichen Bedürfnissen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten und bereiten den Boden für wirtschaftliche, politische und rechtliche Veränderungen.
Von links: Mattias Ulbrich (CIO Porsche, CEO Porsche Digital), Sven Mulder (Geschäftsführer SAP Deutschland) und Carina Stöttner (Geschäftsführerin Themis Foresight) mit Larissa Holzki auf dem Handelsblatt KI Summit. (Bild: Handelsblatt)
Beim jüngsten Handelsblatt KI Summit trafen sich führende Köpfe der Wirtschaft, um über die Zukunft und die Herausforderungen von KI in Unternehmen zu diskutieren.
Beim diesjährigen Handelsblatt KI Summit 2023 diskutierte Carina Stöttner, Geschäftsführerin von Themis Foresight, gemeinsam mit Mattias Ulbrich, CIO von Porsche, und Sven Mulder, Geschäftsführer SAP Deutschland, über die Herausforderungen und Chancen, die KI für Unternehmen mit sich bringt. Die Diskussion verdeutlichte, dass klare ethische und organisatorische Rahmenbedingungen vonseiten der Führungsebene entscheidend sind, um KI verantwortungsvoll und effektiv zu nutzen. Auch die Mitarbeitenden müssen mitgenommen werden: Experimentierräume mit KI-Tools bauen an dieser Stelle Ängste und Hürden ab. Beim Thema Angst betonte Carina Stöttner, dass wir uns nicht von Weltuntergangs-Szenarien einer allmächtigen Intelligenz hinreißen lassen dürfen. Vielmehr brauche es im medialen Diskurs eine Betrachtung vielfältiger Szenarien, wie KI sich künftig entwickeln könnte. Das Panel ging auch auf den EU AI Act ein. Die Experten waren sich einig, dass dieser nicht zum Hindernis für Innovation werden darf.
Weitere Perspektiven
Jonas Andrulis, CEO von Aleph Alpha, ergänzte in seiner Keynote mit der Einsicht, dass bei vollständiger Integration von KI bis zu 70% der Wissensarbeit in Unternehmen automatisierbar wäre. Dr. Thierry Bücheler brachte eine historische Perspektive ein und verglich die Entwicklung der KI mit den Anfängen der Luftfahrt, um zu betonen, dass wir in Bezug auf KI möglicherweise noch weit vom echten Durchbruch entfernt sind.
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Bild: Handelsblatt
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Bild: Handelsblatt
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Bild: Handelsblatt
Wie wirken sich zukünftige Technologien wie KI auf Ihr Geschäftsmodell aus?
In den letzten 12 Monaten haben wir aus unserem Netzwerk aus unterschiedlichsten Richtungen den Wunsch vernommen, ein Zukunftsbild für die deutsche Industriearbeit zu entwerfen. Als Corporate Foresight Thinktank sehen wir es nicht nur als unsere Aufgabe, einzelne Unternehmen zu Zukunftsfragen zu beraten, sondern in dieser Angelegenheit auch als Vernetzer für die deutsche Wirtschaft zu agieren und an gemeinsamen Lösungen für die Zukunft zu arbeiten. Deshalb wollen wir gemeinsam mit Ihnen ein Zukunftsbild der deutschen Industriearbeit schaffen, auf das wir alle Kräfte ausrichten.
Im Dezember beginnen wir mit der Auswahl der Expert:innen, die unsere Studie bereichern werden. Am 05. März 2024 bringen wir in unserem renommierten Future Lab die wichtigsten Akteure zusammen, um über das Thema zu sprechen. Bis Ende Oktober gibt es noch Early Bird Tickets für die Veranstaltung. Melden Sie sich hier an. (https://themis-foresight.com/zukunft-der-industriearbeit-deutschland-projekt/#futurelab)
Worum geht es konkret?
Deutschlands Industriearbeit steht an einem Wendepunkt. Unsere stolzen Industriesegmente, von der Automobilindustrie über die Chemie bis zum Maschinenbau, basieren auf Technologien und Geschäftsmodellen des letzten Jahrhunderts. Diese könnten zu unserer Achillesferse werden, wenn wir nicht proaktiv handeln. In unseren letzten Projekten haben wir uns intensiv mit Europas Wirtschaft in einer neuen Weltordnung, der Fünften Industriellen Revolution und der Klima-Transformation auseinandergesetzt. Nun wollen wir uns diesem wichtigen Thema widmen. Doch wir können dies nicht alleine tun. Wir suchen visionäre Partner, um diese Studie zum Leben zu erwecken und die Ergebnisse in Politik und Wirtschaft zu spielen. Deutschland ist und bleibt ein Industrieland. – egal wie sich der technologische Wandel auf unsere Wirtschaft niederschlagen wird, wir werden noch Jahrzehnte mit und hoffentlich von einer Industrie leben. Schauen wir auf Innovation und Technologie, ist es zu einseitig, nur auf den digitalen Wandel zu schauen. Wollen wir die Überlebensfähigkeit der Menschen auf dem Planeten sichern, müssen wir unsere Produkte in einen Einklang mit dem natürlichen Haushalt der Biosphäre bringen. Dafür benötigen wir nicht nur Daten, sondern vor allem Dinge (Maschinen, Werkzeuge, Werkstoffe…). Industrie hat Zukunft, auch wenn die von morgen wenig mit der von gestern zu tun haben wird. Die medialen Debatten über die Zukunft von Arbeit verlaufen zu einseitig (#Fachkräftemangel), folgen falschen Polarisierungen (Homeoffice vs. Präsenzpflicht) oder sitzen Mythen auf („Gen Y und Z haben eine andere Einstellung zur Arbeit als Boomer und X-er“). Personalberatung innerhalb dieser Paradigmen greift zu kurz. Die Gesellschaft wertschätzt „Kopfarbeit“. KI tut das nicht. Doch „Handarbeit“ erfährt Geringschätzung – in gesellschaftlicher Anerkennung, Entlohnung, sozialer Mobilität… Es gibt keinen Mangel an Arbeitskraft. Sie ist nur falsch verteilt. Gestalten Sie die Zukunft der Industriearbeit in Deutschland mit.
Unternehmen, die an diesem zukunftsweisenden Projekt teilnehmen möchten, können sich bis Mitte November bei uns melden. Der Kickoff ist im Dezember. Erste Informationen finden Sie hier auf unserer Website: https://themis-foresight.com/zukunft-der-industriearbeit-deutschland-projekt/ Konkrete Details zum Ablauf und zu den Vorteilen einer Projekt-Partnerschaft erfahren Sie im Gespräch mit uns. Sprechen Sie uns gerne an oder vereinbaren Sie direkt einen Termin für ein unverbindliches Gespräch.
Jan Berger und Carina Stöttner kündigen den Start eines groß angelegten Projektes zur Zukunft der Industriearbeit in Deutschland an.
Themis Foresight freut sich, ein bedeutendes neues Projekt anzukündigen: Die Zukunft der Industriearbeit in Deutschland. In diesem Vorhaben streben wir danach, mehrere Partner-Unternehmen zu vereinen und gemeinsam ein Zukunftsbild für die deutsche Industriearbeit zu skizzieren.
Warum dieses Projekt?
Deutschlands Industriearbeit steht vor großen Herausforderungen. Historische Industriesegmente wie die Automobilindustrie, Chemie und Maschinenbau könnten zu unserer Achillesferse werden, wenn wir nicht handeln. Die Themen Energiebeschaffung, Fachkräftemangel, demografische Veränderungen und Klimatransformation werden immer drängender. Die Angst vor einer Deindustrialisierung wird immer spürbarer, und der globale Wettbewerb droht, unsere einstige Vormachtstellung zu erschüttern.
Doch trotz dieser Unsicherheiten bietet Deutschland mit seiner Ingenieurskunst, grünen Technologien und starken Forschungs- und Bildungslandschaft eine solide Basis für die Zukunft. Es ist an der Zeit, diese Stärken zu nutzen und ein zukunftsfähiges Wachstums- und Geschäftsmodell zu entwickeln.
Was erwartet Sie?
Wissenschaftliche und partizipative Methoden aus der Zukunftsforschung, darunter ine umfassende Delphi-Studie und die gemeinsame Ausarbeitung von Szenarien
Reger Austausch mit Hochkarätern unterschiedliche Branchen
Mehrere Future labs, darunter am 5. März: Ein zentrales Event, bei dem alle beteiligten Akteure aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammenkommen.
Zielsetzungen: Von der Entwicklung verschiedener Szenarien bis zur Analyse der Auswirkungen auf Branchen, Arbeitsmarkt und Bildungssysteme – dieses Projekt bietet eine umfassende Perspektive
Vorteile einer Partnerschaft
Gemeinsame Vision: Gestalten Sie die Zukunft aktiv mit und bringen Sie Ihre Perspektive ein.
Wissensvorsprung: Richten Sie Ihr Unternehmen proaktiv auf die Zukunft aus.
Futures Literacy: Lernen Sie, wie man mehrere Zukünfte plant und gestaltet.
Strategische Kommunikation: Profitieren Sie von einem Image als zukunftsorientiertes Unternehmen.
Kosteneffiziente 360°-Perspektive: Ein umfassender Blick auf die Zukunft, der mehr bietet als Einzelstudien.
Sektorenübergreifender Austausch: Lernen Sie von anderen Branchen und erweitern Sie Ihren Horizont.
Wie können Sie teilnehmen?
Unternehmen, die an diesem zukunftsweisenden Projekt teilnehmen möchten, können sich bis Mitte November bei uns melden. Der Kickoff ist im Dezember.
Rufen Sie uns gerne direkt an oder schreiben Sie eine E-Mail:
Die Zukunft wartet nicht. Es ist an der Zeit, sie aktiv zu gestalten. Prägen Sie die Zukunft der Industriearbeit in Deutschland mit! Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns bitte direkt. Wir freuen uns auf eine produktive und zukunftsorientierte Zusammenarbeit!
Von links nach rechts: Ana-Cristina Grohnert (Inhaberin der Unternehmensberatung Corporate Transformation Advisors, ehemalige Vorständin der Allianz), Dr. Joachim Lang (geschäftsführender Gesellschafter der Industrieberatung Strategic Minds Company, zuvor u.a. Hauptgeschäftsführer des BDI), Martin Wiesmann (Managing Partner bei Berlin Global Advisors, zuvor Deutschland-Chef von J.P. Morgan.), Dr. Lutz Meyer, (Inhaber der Kommunikationsberatung Lutz Meyer & Company, einer der bekanntesten PR- und Werbeköpfe in Deutschland und vielfach ausgezeichneter Macher für politische Kampagnen), Marein Beissel (Gymnich, Event Expertin und Inhaberin der Eventagentur Beissel von Mathieu), Rieke Schulz (Managing Partner und Founder der Pathways Public Health), Ralf Welt (Managing Partner bei Berlin Global Advisors, zuvor politischer Berater im Bundeskanzleramt und im Deutschen Bundestag), Jan Berger (Geschäftsführer der Themis Foresight GmbH), Holger Friedrich (Managing Partner und Founder der Pathways Public Health)
Themis Foresight, gegründet und geführt von Jan Berger und Carina Stöttner, ist nun offiziell Mitglied der Berlin Advisors Group (BAG). Die BAG ist ein beeindruckender Zusammenschluss von Unternehmen, die eine reiche Erfahrung in verschiedenen Bereichen wie Industrie, Restrukturierung, Diplomatie, Kommunikation, Foresight, Innovation, Politik, Event und Kapitalmarkt mitbringen.
Die Gründungsmitglieder der BAG sind nicht weniger beeindruckend:
Ana-Cristina Grohnert, Inhaberin der Corporate Transformation Advisors und ehemalige Vorständin der Allianz.
Dr. Joachim Lang, geschäftsführender Gesellschafter der Industrieberatung Strategic Minds, LLC und ehemaliger Hauptgeschäftsführer des BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.
Martin Wiesmann, Managing Partner bei Berlin Global Advisors und ehemaliger Deutschland-Chef von J.P. Morgan.
Dr. Lutz Meyer, Inhaber der Kommunikationsberatung Lutz Meyer & Company und einer der bekanntesten PR- und Werbeköpfe in Deutschland.
Zu dieser beeindruckenden Liste kamen auch Themis Foresight, Pathways Public Health GmbH – die führende Beratung in der Gesundheitspolitik von Rieke Schulz und Holger Friedrich, sowie die renommierte Veranstaltungsagentur Beissel von Matthieu von Marein Beissel von Gymnich hinzu.
Unser gemeinsames Ziel ist es, Vorstände, Management und Aufsichtsräte dabei zu unterstützen, ihre Unternehmen in einer immer komplexer werdenden Welt erfolgreich, gesund und nachhaltig zu positionieren. Das Portfolio der Gruppe umfasst eine Vielzahl von Dienstleistungen, darunter geopolitische Risikoanalysen, Kommunikationsstrategien, Corporate Foresight, energiepolitische Beratung, Interessenvertretung, Veranstaltungsmanagement, ESG-Transformation und vieles mehr.
Die Zusammenarbeit mit der BAG hat bereits begonnen und wir sind begeistert von den Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Es ist wichtig zu betonen, dass unser Beitritt zur BAG die finanzielle und inhaltliche Unabhängigkeit von Themis Foresight in keiner Weise beeinträchtigt. Es ist vielmehr eine logische Erweiterung unserer Aktivitäten. Unsere Arbeit führt Unternehmen oft zu Veränderungsprozessen, Innovationsinitiativen und Investitionen. Unsere Expertise liegt in der Zukunftsforschung und im Corporate Foresight – darauf wollen wir uns auch weiterhin konzentrieren. Daher ist es für uns von entscheidender Bedeutung, für die daran anschließenden Schritte erfahrene und exzellente Partner an unserer Seite zu haben.
Wir blicken mit großer Vorfreude in die Zukunft und sind gespannt auf die weiteren Entwicklungen in dieser spannenden Zusammenarbeit!
Am 20. September fand im wunderschönen PalaisPopulaire eine hochkarätige Veranstaltung statt, die sich mit einem der zentralen Themen unserer Zeit befasste: Künstliche Intelligenz (KI) in Unternehmen. Unter der Reihe „Future Lab“ lud Themis Foresight mit Unterstützung ihrer Partner, der Alfred Herrhausen Gesellschaft, Dataciders und irisnet, Führungskräfte aus dem D-A-CH-Raum zu einer tiefgründigen Debatte über die Zukunft der KI und deren Auswirkungen auf Unternehmen ein. Die Veranstaltung war ein großer Erfolg und brachte eine Vielzahl von Expert:innen zusammen, um Erkenntnisse zu teilen und die drängenden Fragen rund um die KI zu diskutieren.
Die Diskussionen auf der Veranstaltung wurden durch den jüngsten Vorstoß der Europäischen Union in Sachen Künstliche Intelligenz, den sogenannten „European AI Act,“ angestoßen. Dieses Gesetzespaket hat die Debatte über die europäische Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität im Bereich der KI neu entfacht. Die Meinungen darüber, wie KI reguliert werden sollte, gehen weit auseinander. Während einige europäische Unternehmerinnen und Unternehmer in einem offenen Brief für allgemeine Grundsätze und flexible Regulierung plädieren, argumentieren Vertreter US-amerikanischer Tech-Riesen für striktere Vorschriften im Namen der Sicherheit.
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war zweifellos die Vielfalt der Experten, die ihr Wissen und ihre Erkenntnisse teilten:
Daniel Abbou berichtete aus seiner Arbeit im KI-Bundesverband und warnte vor den möglichen negativen Auswirkungen des European AI Act auf die deutsche Start-up-Szene.
Joanna Bryson gab einen erfrischenden Einblick in die vielschichtige Natur von KI und betonte, dass es bei KI nicht nur um Algorithmen und Daten geht, sondern auch um die zugrunde liegende Infrastruktur.
Frank Thelen teilte in seiner Grußbotschaft seine Gedanken zur Regulierung von KI und wie diese die Zukunft der Technologie bremsen könnte, ethische Berücksichtigungen aber dennoch notwendig seien.
Stefan Suwelack beleuchtete die Herausforderungen von KI aus organisatorischer Sicht und betonte, dass der technologische Fortschritt mit einer klaren organisatorischen Strategie einhergehen muss.
Christian Frauen präsentierte Einblicke in die Anwendung von KI in der Finanzberichterstattung, ESG, Audit und Risikomanagement.
Gero Presser unterstrich die Bedeutung eigener Daten und erklärte, warum ein dezentraler Ansatz bei der Datennutzung ein Vorteil sein kann.
Dieter Plassmann ermöglichte den Teilnehmern einen praxisnahen Einblick in die Funktionsweise von KI und zeigte beeindruckende Anwendungsfälle mit der Technologie irisnet auf.
Jan Berger und Carina Stöttner, beide Geschäftsführer von Themis Foresight, teilten ihre Gedanken zu KI, der oft übertriebenen Vorstellung von einer Superintelligenz und der ethischen Dimension von KI.
Ein Learning dieser Veranstaltung war die Erkenntnis, dass KI nicht nur technologische Expertise erfordert, sondern auch eine klare digitale Kompetenz im Management. Daten müssen nicht zwangsläufig in riesigen „Data Lakes“ liegen, sondern können in gut organisierten „Data Meshes“ verwaltet werden. Die Zusammenarbeit von Mitarbeitern wird zunehmend vernetzt sein, und Unternehmen sollten nicht zögern, KI-Projekte mit den vorhandenen Daten und den besten Mitarbeitern anzugehen. Es liegt in der unternehmerischen Verantwortung, Impulse für KI-Projekte zu setzen, die Finanzierung sicherzustellen und die notwendigen Rahmenbedingungen für die Umsetzung zu schaffen. Schließlich müssen Unternehmenswerte, Nachhaltigkeitsziele und ethische Prinzipien im Vorfeld festgelegt werden, da diese in jedem KI-Modell mitschwingen und verbreitet werden.
Die Veranstaltung setzte einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über die Zukunft der KI und ihre Regulierung in Europa. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Debatte weiterentwickeln wird und welchen Einfluss sie auf die Innovationslandschaft haben wird.
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Welche Future Skills braucht Ihr Unternehmen?
Wussten Sie, dass die Ausbildung einer Fachkraft bis zu 10 Jahre dauern kann? Wir erarbeiten konkret für Ihre Branche und Ihren Fachbereich, welche relevanten zukünftigen Fähigkeiten und Fertigkeiten Sie in Zukunft benötigen und schon heute im Unternehmen ausbilden oder einstellen sollten.
Wie verändert KI die Arbeitswelt? Stehen wir am Ende einer Ära?
Stehen wir vor dem Ende der Wissensgesellschaft?
Ein Blick zurück
Wer sich wie ich mit der Zukunft beschäftigt, sollte auch ab und zu einen Blick zurück in die (eigene) Vergangenheit werfen. Das hilft nicht nur, die sachlichen Zusammenhänge bei längeren Entwicklungslinien zu erkennen. Es wird auch deutlich, wie stark unsere Wahrnehmung zukünftiger Optionen durch Glauben und Hoffnungen oder auch Skepsis geprägt ist. Im Zusammenhang mit der Entwicklung der Arbeitswelt sind mir zwei Beispiele besonders im Gedächtnis geblieben.
Etwa im Jahr 2005 zog ich gemeinsam mit Vertretern der Handwerkskammer Halle durch die Landkreise des Kammerbezirkes, um die Handwerker*innen auf den bevorstehenden radikalen Einbruch bei den Bewerbern für Ausbildungsplätze vorzubereiten. Die Rechnung war einfach und kaum zu bezweifeln. Im Ergebnis der Wende hatten sich die Geburtenzahlen innerhalb eines Jahres etwa halbiert. 16 Jahre später würde sich auch die Zahl der Schulabgänger halbieren, was nach einer Übergangsphase auch die Anzahl der Bewerber drastisch reduziert. Die Handwerksmeister*innen betrachteten uns mit freundlicher Nachsicht als versponnene Wissenschaftler. Schließlich kamen auf jede offene Lehrstelle eine Vielzahl von Bewerber*innen. Wenige Jahre später änderte sich tatsächlich erst im Osten und dann im Westen die Bewerbersituation grundsätzlich und schlug durch bis auf den heute allgegenwärtigen Fachkräftemangel.
Noch mehr Ähnlichkeit mit dem Thema dieses Artikels haben meine Erfahrungen aus dem Jahren 2014/2015. Damals veröffentlichten Wissenschaftler der Oxford Universität eine Prognose, wieweit bis zum Jahr 2035 700 in den USA untersuchte Berufe bzw. Tätigkeiten automatisierbar sind, wobei auch der Begriff künstliche Intelligenz Anwendung fand. Sie kamen auf 47 Prozent. Die Studie schlug in der Öffentlichkeit ein wie eine Bombe. Es wurden mit ähnlicher Methodik für die Bundesrepublik aber auch für einzelne Regionen bzw. Bundesländer Studien angefertigt, deren Ergebnis teilweise noch drastischer aussahen. Bei Vorträgen in verschiedensten Teilen Deutschlands wurde ich nicht selten von den Veranstaltern mit der Regionalzeitung in der Hand begrüßt, die auf dem Titelblatt die zukünftig nicht mehr gebrauchten Berufsgruppen und die damit erwartbare Arbeitslosigkeit abbildete. Bemerkenswert an der Oxford-Studie und ihren deutschen Pendants war aber nicht nur der prozentuelle Anteil der Jobs, die verloren gehen sollten. Es war vielmehr die bis dahin wenig diskutierte Tatsache, dass Computerisierung, Automatisierung und künstliche Intelligenz zukünftig nicht nur einfache Produktionstätigkeiten, sondern viele kognitive Tätigkeiten der Wissensverarbeitung vom Juristen über den Ingenieur bis hin zu bestimmten Lehrtätigkeiten betreffen würden. Sogar die lange als unantastbar geltenden kreativen Tätigkeiten waren bereits zu finden.[1] Der Hype um die Studien hielt einige Monate an, aber da die konkreten Umsetzungen fehlten, verschwand er gemeinsam mit der Angst vor Arbeitslosigkeit so schnell, wie er gekommen war.
Fachkräftemangel heute und morgen
An seine Stelle trat der Fachkräftemangel, der uns bis heute begleitet und immer bedrohlichere Formen annimmt. Es fehlt an allen Ecken und glaubt man den Prognosen, wird alles noch viel schlimmer. Es fehlen Handwerker, Pflegekräfte, Ärzte, Erzieher, Lehrkräfte, Ingenieure, Informatiker, Verwaltungsangestellte usw. Spricht man mit Vertretern von Unternehmen oder Verwaltungen über die Probleme, welche sie am meisten belasten, so ist trotz aller aktuellen Krisen das Thema sehr bald der Fachkräftemangel. So habe ich es mit Konzernvertretern genauso erlebt wie mit Mittelständlern oder Handwerkern, egal ob die Veranstaltungen in München, Frankfurt oder Halle stattfanden.Die Ursachen sind schnell gefunden. Neben einem stabilen und expandierenden Arbeitsmarkt ist es vor allem die demografische Entwicklung. Das zahlenmäßige Missverhältnis zwischen den Generationen führt permanent dazu, dass mehr Menschen aus dem Arbeitsleben austreten, als neu dazukommen. Wenn beispielsweise im Jahr 1965 1,35 Millionen Kinder geboren wurden und im Jahr 2000 ca. 780.000, lässt sich die Größenordnung des Problems zumindest erahnen. Der Mangel regiert und feiert immer neue Höchststände. Im vierten Quartal 2022 konnten Unternehmen in Deutschland etwa 2 Millionen Stellen nicht besetzen.[2] Als Folge ist die Wirtschaftsleistung in Deutschland geringer als möglich und viele Dienstleistungen können nicht erbracht werden. Um die Probleme in einzelnen Branchen zu beheben, wird regelmäßig empfohlen, die Löhne zu erhöhen und die Unternehmenskultur zu verbessern. Prinzipiell sind das für den Einzelnen gute Vorschläge, aber sie lösen das gesamtgesellschaftliche Problem nicht. Denn am Ende des Tages kommt es nur zu einer Umverteilung der knappen Arbeitskräfte. Die Decke ist einfach zu kurz, an der alle ziehen.
Das Missverhältnis hat aber nicht nur negative Folgen. Wir erleben gegenwärtig, wie Berufseinsteiger und erfahrene Fachkräfte bereit und in der Lage sind, eine Gestaltung der Arbeitswelt einzufordern, die früher fast undenkbar war. Die Forderung nach Zeit- und Ortssouveränität, Arbeit, die Spaß macht, Freiräume bei der Arbeit und letztlich eine gelungene Verbindung von Arbeiten und Leben werden zwar aktuell oft der Generation Z zugeschrieben. Sie waren und sind aber auch bei der Generation Y stark ausgeprägt. Nur mit der Umsetzung haperte es. Doch inzwischen gilt: Je größer die Knappheit, je höher der Zwang der Unternehmen, sich anzupassen. Vorausgesetzt, die Unternehmen bleiben im Land und wandern nicht ab. Wer als Unternehmen keine flexible Arbeitszeit mit einem hohen Anteil Homeoffice anbietet, hat das Nachsehen. Das Unternehmen bekommt die hohe Wechselbereitschaft der Beschäftigten zu spüren. In vielen Branchen haben die Unternehmen insbesondere bei den Wissensarbeitern ausreichend Gestaltungsspielräume, die geforderte Flexibilität zu gewähren. Wie sich unschwer erkennen lässt, gilt das aber nicht für alle. Wer Maschinen bedient oder Menschen pflegt, kann das heute und in absehbarer Zeit nicht aus dem Homeoffice. Gleiches gilt für betreuende und lehrende Berufe für Kinder, für die Gastronomie und Serviceberufe und viele andere. Für die Wahl des Berufes oder der Studienrichtung wird die Möglichkeit der flexiblen Arbeitsgestaltung einschließlich der freien Orts- und Zeitwahl aber dennoch zum mehr und mehr bestimmenden Argument. Unter den Bedingungen des dauerhaften Fachkräftemangels (?) ist es eine durchaus rationale Entscheidung, Berufe und Tätigkeiten im Feld der Wissensverarbeitung zu wählen, welche die optimale Verbindung von Beruf und Familie, Arbeit und Freizeit ermöglichen und zudem noch ein gutes Arbeitsklima bieten. Berufe und Tätigkeiten mit „immanenter Anwesenheitspflicht“ geraten da mit wenigen Ausnahmen wie der Arztberuf zwangsläufig auf die Verliererstraße. Selbst dann, wenn die Löhne wie bei Lehrkräften im Sek I und II-Bereich allgemeinbildender Schulen im Vergleich zu anderen Berufsgruppen durchaus akzeptabel sind. Die Frage ist nur: Bleibt es wirklich dauerhaft oder zumindest sehr lange bei dem gegenwärtigen Fachkräftemangel? Oder kommt es wieder zur Zerstörung festgefügter Überzeugungen, wie ich sie mehrfach erlebt habe.
Wenn die Demografie zurückschlägt
Oben habe ich geschildert, welche Rolle das Missverhältnis zwischen Austritt (Babyboomer) und Eintritt (Generation Z) in den Arbeitsmarkt spielt. Für die nächsten Jahre wird dieses Missverhältnis uns noch enorm beschäftigen, aber es ist kein Dauerzustand. Spätestens 2040 ist die Generation der Babyboomer komplett aus dem Arbeitsleben ausgeschieden, wobei ihr Anteil an den Erwerbstätigen und damit die Anzahl der aus dem Erwerbsleben ausscheidenden Personen vorher schon zu sinken beginnt.[3] Als Folge gleichen sich die Zahlen der am Arbeitsmarkt ausscheidenden und eintretenden Personen zunehmend an. Das Missverhältnis verschwindet schrittweise, was den Arbeitsmarkt entlastet. Auf einem anderen Blatt steht die Verschiebung der Alterspyramide hin zu den Älteren, was den Sozialstaat vor neue Herausforderungen stellt.
Auch ein zweiter demografischer Faktor könnte den Fachkräftemangel eindämmen. Deutschland braucht, so hat es das IAB ausgerechnet, jährlich 400.000 Zuwanderer, um die Lücken am Arbeitsmarkt zu schließen.[4] Normalerweise ist das eine enorme Herausforderung und die Prognosen deuten eher auf eine Abschwächung der Zuwanderung. Nicht zuletzt deshalb, weil typische Zuwanderungsländer aus dem Baltikum, Ost- und Südosteuropa in den letzten Jahrzehnten massive Bevölkerungsverluste von bis zu 30 Prozent und mehr hinnehmen mussten und heute selbst unter Fachkräftemangel leiden.
Aber wir leben in extrem unruhigen, volatilen Zeiten und die 1990er Jahre (Flucht vor den Jugoslawienkriegen), die Jahre 2015/16 (Flüchtlingskrise) sowie 2022 (Krieg in der Ukraine) haben mit den durch Krieg und Not verursachten Fluchtbewegungen alle Prognosen pulverisiert. Keiner kann sagen, ob z.B. der Klimawandel mit seinen Folgen für die Lebensbedingungen u.a. im Mittelmeerraum oder neue kriegerische Auseinandersetzungen in den nächsten Jahrzehnten weitere Zuwanderungswellen in das auch dann hoffentlich noch demokratische, liberale und ökonomisch stabile Deutschland auslösen.
Digitale Transformation und Arbeitsmarktentwicklung
Es wird manchen überraschen, aber weder die Computerisierung der 1980er Jahre noch die aktuelle digitale Transformation haben bisher den Arbeitsmarkt durch einen deutlichen Produktivitätsanstieg entlastet. Trotz massiver Digitalisierung, Computereinsatz und Automatisierung hapert es mit der Produktivitätsentwicklung. Diese Erkenntnis wurde bereits 1987 von dem US-Ökonomen Robert Solow mit den Worten „Sie können das Computerzeitalter überall sehen, außer in der Produktivitätsstatistik.“ formuliert. In den 1970er Jahren stieg die Produktivität noch innerhalb einer Dekade um etwa 50 Prozent. Seit dem Jahr 2011, das als virtueller Startschuss der vierten industriellen Revolution gilt, bis 2017 wuchs die Produktivität der Industrie um magere 9 Prozent. In den Jahren vor der Corona-Pandemie kam es in Deutschland in der Industrie sogar zu einem Nullwachstum der Produktivität.[5] Gleiches gilt für die gesamtgesellschaftliche Arbeitsproduktivität. Für die 2010er Jahre weist das Statistische Bundesamt eine durchschnittliche Steigerung von nur noch 0,9 Prozent pro Jahr aus. In den Jahren 2018 und 2019, also noch vor den Verwerfungen, die mit der Corona-Pandemie begannen, stieg die Arbeitsproduktivität in Deutschland um 0,0 und 0,4 Prozent. Es entstanden zwar gerade in Korrespondenz mit der Entwicklung des Internets neue Dienstleistungen.Aber ein deutlicher Zuwachs der Produktivität wie in vorhergehenden Phasen technologischer Umwälzungen blieb aus. Das ist auch einer der Gründe, warum die oben genannten Studien zu Auswirkungen der Digitalisierung weitgehend in Vergessenheit gerieten und der Fachkräftemangel zum alles beherrschenden Thema wurde.
Seit Beginn dieses Jahres ist nun scheinbar wieder alles anders. Mit dem Aufkommen von auf KI-Systemen beruhenden Text- und Bildgeneratoren ist eine Technologie am Markt angekommen, deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt mittelfristig durchaus die Vorhersagen aus 2013 erreichen könnten. ChatGPT 3 und 4 als Textgeneratoren und Dall-E, Midjourney und Google Imagen als Bildgeneratoren sind ständig in den Schlagzeilen, so dass es fast unmöglich ist, die Vielzahl der Publikationen auch nur annähernd zu überblicken. Revolutionär an den Systemen ist u.a. die riesige Menge an Trainingsdaten und die Fähigkeiten, diese in dialogischen Situationen einzusetzen.
Schon ist von einem neuen iPhone-Moment die Rede und die Liste der den KI-Systemen zugebilligten Fähigkeiten wird immer länger. Fast schon klassisch ist ihre Fähigkeit, Texte unterschiedlichster Art zu generieren. Sie reichen von Zusammenfassungen und Protokollen über Gliederungen und komplexen Wissenssammlungen bis hin zu wissenschaftlichen Arbeiten oder Geschichten, Gedichten und Liedern. Bildgeneratoren schaffen überraschende Bilder in hoher Qualität. Ich kann allen Leserinnen und Lesern, die es noch nicht getan haben nur empfehlen, selbst auszuprobieren, was da alles mit einfachsten Zugangsvoraussetzungen möglich ist.
Die Liste der Fähigkeiten geht weiter. Die Sprachmodelle können programmieren, auch wenn Insider anmerken, dass noch eine Menge Fachwissen des beauftragenden Menschen nötig ist, um das Ergebnis zu implementieren und zu nutzen. Selbst die Steuerung von Robotern wird praktiziert. Präsentationen erstellen ist genauso möglich wie der Bau von Webseiten nach einfachen Vorgaben. Die Systeme können mit Menschen sprechen oder Übersetzungen anfertigen. Der neueste Schrei ist ihre multimodale Gestaltung, die es ihnen ermöglicht, gleichermaßen Texte und auch Bilder zu verarbeiten. Bisherige Beschränkungen durch Trainingsdaten bis 2021 werden durch die Ankopplung an das Internet mit Plug-ins überwunden.
Zu den Auswirkungen der KI-Text- und Bildgeneratoren auf die Arbeitswelt und einzelne Arbeitsplätze gibt es im Augenblick mehr Detailuntersuchungen, Vermutungen und Annahmen als übergreifende Forschungsergebnisse. Zunehmend wird klar, dass hier neue Instrumente zur Verfügung stehen, die vor allem Wissensarbeiter*innen der unterschiedlichsten Art betreffen. Die betroffene Wissensarbeit reicht dabei von relativ einfachen sich wiederholenden Aufgaben bis hin zu hochgradig kreativen und spezialisierten Tätigkeiten und Führungsaufgaben. Es fällt schwer eine Grenze zu ziehen, wieweit der Einsatz reichen wird, denn schließlich stehen wir ja noch ziemlich am Anfang einer rasanten Entwicklung.
Eine zweite Schlussfolgerung mag auf den ersten Blick etwas beruhigen: Die Systeme ersetzen nur selten jemand in dem Sinne, dass eine ganze Berufsgruppe überflüssig wird. Sie bieten vielmehr mächtige Werkzeuge, welche die Produktivität der einzelnen Beschäftigten drastisch steigern kann. Es braucht weiter Jurist*innen, Programmierer*innen, Buchhalter*innen, Journalist*innen oder Forscher*innen und sogar Übersetzer*innen. Aber möglicherweise nicht mehr so viele, weil das gleiche Arbeitspensum mit Hilfe der KI von deutlich weniger Personen erledigt wird. Eine Studie der Macher von ChatGPT kommt zu dem Ergebnis, dass rund 80 Prozent der Arbeitskräfte in den USA rund 10 Prozent ihrer Aufgaben an GPTs delegieren werden.[6] Nach einer Untersuchung von Goldmann Sachs könnte ChatGPT weltweit 300 Millionen Vollzeitarbeitsplätze kosten. In den USA sollen vor allem Rechtsangestellte und Verwaltungsangestellte betroffen sein.[7] Aber wie gesagt – das ist erst der Anfang. Wieviel Dynamik aber auch Risikopotenzial in der Technologie steckt, zeigt ein offener Brief von mehr als 1.000 namhaften Brancheninsidern (darunter Elon Musk und andere Tech-Riesen), in dem eine Entwicklungspause gefordert wird, um verbindliche Regeln für Entwicklung und Einsatz für generative KI festzulegen und durchzusetzen.[8]
Es scheint so, als ob die lange ausbleibende Produktivitätssteigerung durch Digitalisierung nunmehr Wirklichkeit wird und die Vision der Forschenden aus dem Jahr 2013 doch noch eintritt. Als Gegenargument wird immer wieder betont, dass neue Technologien auch neue Tätigkeiten hervorbringen. Beispielsweise für die Entwicklung, den Bau, das Trainieren, die Implementierung und Wartung der neuen Technologien.[9] Oder die vorzugsweise in Billiglohnländern durchgeführte Datenannotation – das sichten, sortieren und markieren von Datensätzen für den Lernprozess der KI.[10]
Angesichts der einfachen Zugangsmöglichkeiten zu den KI-Systemen über das Netz und der Möglichkeit, manche Typen sogar auf normalen Rechnern zu installieren, könnte sich der Bedarf im Unterschied zu anderen Sprunginnovationen allerdings in Grenzen zu halten. Beispiele für echt neue Tätigkeiten sind sogenannte „Prompt Writer“, die Texte für andere Personen verfassen und in der Lage sind, die Leistungsfähigkeit der KI voll auszureizen.[11]
Welche Future Skills braucht Ihr Unternehmen?
Wussten Sie, dass die Ausbildung einer Fachkraft bis zu 10 Jahre dauern kann? Wir erarbeiten konkret für Ihre Branche und Ihren Fachbereich, welche relevanten zukünftigen Fähigkeiten und Fertigkeiten Sie in Zukunft benötigen und schon heute im Unternehmen ausbilden oder einstellen sollten.
Insgesamt ist zu vermuten, dass die Qualifikationsanforderungen an die verbleibenden Wissensarbeiter bei Nutzung von KI eher ansteigen. Sie übernehmen zusätzlich zu ihrer bisherigen Tätigkeit die Funktion von Supervisoren. Dazu brauchen sie enormes Wissen (Abschätzung Plausibilität), methodische Fähigkeiten bei der Fehlersuche und Problemlösefähigkeit, um mögliche Fehler der KI auszubügeln. Sie arbeiten zusammen mit Bedienungsspezialisten für die KI wie die oben genannten „Prompt Writer“ sowie mit IT-Spezialisten wie Systemadministratoren für die Implementation und Integration der KI in die betriebliche IT. Das alles wird aber den zu vermutenden Rückgang des Bedarfes an Wissensarbeiter*innen nicht ausgleichen.
Vor diesem Hintergrund sind wir sehr schnell bei der Frage, welche Betätigungsfelder in Zukunft aufnahmefähig sind für Menschen auf der Suche nach bezahlter Erwerbstätigkeit. Aus meiner Sicht sind das vor allem zwei Tätigkeitsgruppen.
Der erste Bereich umfasst alle Tätigkeiten im direkten Umgang mit Menschen – insbesondere mit Zielgruppen, die ein hohes Maß an Empathie einfordern. Dazu gehören u.a. Pflege, Lehre für Kinder und Benachteiligte. Notwendig sind neben Empathie und Resilienz auch pädagogisch/psychologische sowie pflegerische Kenntnisse und vor allem Fähigkeiten. Für die Lehrkräfte, deren Fehlen ja gegenwärtig die ganze Republik erschüttert, sei noch angemerkt, dass ihr Bedarf in dem Maße sinkt, wie die Lernenden über eigene Lernstrategien und Lernmotivationen verfügen und die Rolle der reinen Wissensvermittlung gegenüber der Persönlichkeitsentwicklung zunimmt. Vereinfacht gesagt: Lehrkräfte in der Kita und der Grundschule sind unverzichtbar. In der Sekundarstufe II kann das schon ganz anders aussehen. Denn alle genannten Gruppen werden schon in naher Zukunft den Zugang zu KI-Systemen als Text- und Bildgeneratoren haben, die Ihnen personalisiertes Wissen in Echtzeit zur Verfügung stellt. In meinem Artikel vom September 2021 zur Zukunft der Weiterbildung in dieser Zeitschrift habe ich sie als persönliche digitale Assistenten bezeichnet und ausführlich beschrieben.
Der zweite Bereich bezieht sich auf den Totalumbau aller von den Menschen verwendeten Technologien mit dem Ziel der Dekarbonisierung (von mir bezeichnet als 5. Industrielle Revolution).[12] Dazu werden Menschen benötigt, die ein ausgeprägtes technisches Grundverständnis, Spezialkenntnisse zu den jeweiligen Technologien und vor allem technologische Fähigkeiten besitzen. In den beiden Bereichen werden gleichermaßen körperliche und Wissensvoraussetzungen benötigt, die sich deutlich von den Fähigkeiten von Wissensarbeiter*innen unterscheiden.
In diesem Zusammenhang könnte man provokativ fragen, woran man die gefährdeten Tätigkeiten der Zukunft erkennt? Die Antwort passt nicht in die aktuelle Diskussion um erstrebenswerte Arbeitsplätze. Denn gefährdet sind zukünftig außerhalb der verbleibenden hochproduktiven Wissensarbeit vor allem solche Tätigkeiten, die vollständig im Homeoffice realisierbar sind und weder direkten Kontakt mit Menschen (Empathie) noch ganzheitlichen Einsatz von Körper und Geist (technologische Tätigkeiten) benötigen.
Folgen des Zusammenwirkens von Demografie und Technologie am Arbeitsmarkt
Die scheinbar provokative Frage wird aber vor allem dann essentiell, wenn wir die oben geschilderte demografische Entwicklung einschließlich der Folgen für die Verfügbarkeit von Arbeitskräften mit der technologischen Entwicklung zusammendenken. Dann wird deutlich, dass wir in nicht allzu weiter Ferne eine erneute Umkehrung der Situation am Arbeitsmarkt erleben könnten. Der Arbeitsmarkt wandelt sich vom Arbeitnehmer- zum Arbeitgebermarkt. Mit allen Folgen für die Erwerbspersonen und die Unternehmen.
Stehen wir vor einem Epochenbruch?
Seit den Arbeiten von Robert E. Lane (Knowledgeable Societies) und Daniel Bell (The Coming of Post-Industrial Society) gilt unsere Entwicklungsetappe als „die Wissensgesellschaft“. Die mit KI erreichbare extreme Produktivitätssteigerung bei der Wissensverarbeitung hat Ähnlichkeiten mit den Produktivitätssteigerungen beim Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft und von der Industriegesellschaft zur Wissensgesellschaft. In beiden Fällen wurden durch Produktivitätssteigerungen massenhaft Arbeitskräfte in der alten Produktionsweise freigesetzt, die Eingang in neue Wirtschaftsbereiche fanden.
Es wäre interessant zu diskutieren, ob auch die Wissensgesellschaft vor einem solchen Übergang steht. In dem Sinne, dass die dank KI hochproduktive Wissensarbeit deutlich weniger Beschäftigte aufnimmt, die dann in den Care-Sektor und den Umbau der technologischen Basis unserer Gesellschaft wandern.Die Wissensgesellschaft würde dann (möglicherweise) transformiert zur Care-/ Zero Carbon Society.
Was Wissensarbeiter*innen tun können:
Dieser Artikel erscheint in voller Länge zusammen mit einem Tutorial für Wissensarbeiter:innen demnächst auf der Seite https://www.managerseminare.de/.
Buchen Sie uns gerne für einen Vortrag
Gerne kommen unsere professionellen Keynote-Speaker:innen zu Ihnen ins Haus, um einen umfassenden Blick über KI und Arbeit zu geben.
[3] Angenendt, S. (2015): Politische Steuerung der Zuwanderung. In: Nachrichten. Magazin der Akademie für Raumforschung und Landesplanung, 45. Jg., H. 3/2015, S. 11 – 17.